Ein erlesenes Adventskonzert in der Kapuzinerkirche St. Anna (2025)
Burghausen. „Gaudete – freut euch“ ist der kirchliche dritte Adventssonntag überschrieben, und tatsächlich hat sich eine zahlreiche Zuhörerschaft herzlich erfreut an dem Konzert, zu dem Chor und Orchester von St. Anna am Wochenende einluden. Die inzwischen 53. Adventmusik trug das Motto „Pilger der Hoffnung“. Letztes Jahr hat der Passauer Domkapellmeister Andreas Guggenberger dazu ein Lied komponiert: Mit Pauken und Bläserglanz verknüpften die drei Strophen die drei Teile des Konzerts, und in den Refrain fiel das Publikum kräftig ein – schließlich war die Kirche bis auf den letzten Stehplatz gefüllt.
Verbindende Worte fand auch wieder Bruder Georg Greimel OFMCap., der sich auch bedankte für die zahlreichen Spenden für die Hilfsprojekte der Deutschen Kapuzinerprovinz. Gottes Licht in dunkler Zeit, Glaube, Hoffnung und Liebe zogen sich thematisch durch seine Worte, aber auch durch die Chorwerke.
Dem „Pilgerapostel“ Jakobus gewidmet war ein Festgesang von Palestrina, dessen 500. Geburtstag auf 2025 fiel. Ein weiterer Komponist, der Leipziger Kurt Grahl, ist 2025 gestorben – von ihm stammte die Bearbeitung von „Macht hoch die Tür“, in der der gemischte Chor ebenso überzeugte wie in César Francks „Panis angelicus“, in einer Bearbeitung von Bernhard Waas. Wunderbar, wie dieser Dirigent sein kleines Ensemble geformt hat: der Chor stimmlich ausgewogen, klar in Aussprache und Modulation, überzeugend auch in den Soli; ebenso fein das 13-köpfige Orchester, von Streichern über Bläser bis hin zur Orgel (Heinrich Wimmer). Da gelingt nicht nur ein klassisch-komplexes „Credo“ des zwölfjährigen Mozart, oder das „Emitte Spiritum“ des Böhmen F. J. Schütky aus dem 19. Jahrhundert. Auch den Anforderungen zeitgenössischer Komponisten ist das Ensemble gewachsen, z. B. „In diesen dunklen Tagen“ des Österreichers Anton Reinthaler, „The Lord is my shepherd“ des Briten Howard Goodall oder „O lux beata Trinitas“ des Slowenen Andrej Makor. Mehr noch: Der heuer für die Helmbrecht-Festspiele engagierte Komponist Florian Burgmayr hat eigens für Burghausen auch noch ein „Ave Maria“ geschrieben, einen ganz neuen, zeitgenössischen Mariengruß – und in diesem Adventskonzert fand das a-cappella-Werk seine leuchtende Uraufführung. Mozarts gewaltiges „Te Deum“ KV141 beendete die musikalische Stunde, die ihren reichlichen Applaus verdient hatte.
Ulrike Beitler